RHIZOM 26

# 26

Rhizom-web-36Rhizom-web-36

Ayleen Behrens, Laura Bockel, Larissa Borchert, Marcel Frommer, Jakob Göbel, Marlin Goldbeck, Hannah Hechinger, Konrad Hohner, Jennifer Kemper, Pia Kleinherne, Ann-Christin Koel, Celia Krämer, Julia Kuhlmann, Alina Mühren, Florian Roth, Elena Schütte, Viktoria Alice Stegmann

Das Versprechen, die digitale Vernetzung würde automatisch zu mehr Diversität führen, erweist sich als Fehlschluss. In Wirklichkeit führt gerade der gesteigerte Kommunikationszwang zu neuen Uniformierungsbewegungen und, mittelbar, zu neuen Formen der Zensur. Phänomene wie das Brexit-Referendum oder die Präsidentschaftswahl in den USA haben uns vor Augen geführt, dass der Traum der aufgeklärten digitalen Öffentlichkeit zerplatzt ist. Tatsächlich besteht der vermeintlich durchlässige Raum der Internet-basierten Öffentlichkeit aus unzähligen
Filterblasen. Die Blasen suggerieren zwar Durchblick, sind aber schalldicht. Transparenz ist demnach vielschichtig und löst die klassische Zensur nicht etwa ab, sondern stellt eine neue, besonders wirksame - weil unbemerkte - Form von Zensur da. Die Frage ist nur, ob angesichts der zunehmenden Komplexität politischer und wirtschaftlicher Zusammenhänge Undurchsichtigkeit die geeignete Alternative zur Transparenzforderung darstellt.

Das Wort »Transparenz« setzt sich aus den lateinischen Wörtern „trans“ und „parere“ zusammen. „Parere“ bedeutet ursprünglich: Auf jemandes Befehl hin erscheinen oder sichtbar sein. Wer „pariert“, ist sichtbar, gehorcht ohne Widerspruch. Schon von seinem etymologischen Ursprung her haftet dem Wort „Transparenz“ etwas Gewaltsames an. Entsprechend wird sie heute als Instrument der Kontrolle und Überwachung in den Dienst genommen.

# 23

R23_02R23_02

Sophia Brinkger, Philipp Bulk, Marvin Cluesmann, Clarissa Daemm, Sharon Helms, Andrea Jokic, Lisa Marie Jäger, Julia Klein, Lea Kotnik, Freya Menzel, Mia Minkiewicz, Janik Sandbothe, Eva Scholz, Frank Trautner

Für die besten Geschichten lässt sich Rhizom genau das, was anderen Magazinen fehlt: Zeit. Wir lassen unsere Gesprächspartner aussprechen, gestatten uns interessierte Rückfragen und beleuchten ein Thema von mehreren Seiten. Die Interviewten sind geständniswütig wie nie und zeigen sich so, wie man sie noch nie gesehen hat. Oder gehört. Ganz nach dem Credo von John Irving, der sagte: „Ein gutes Gespräch kennt seinen Weg“. Tatsächlich braucht es nicht besonders viel Mut, sich vor dem Mikro oder im Interview komplett zu entblößen. Diese Nacktheit ist dann einfach ein Kostüm. Eine viel herausfordernde Aufgabe für einen Menschen ist es, sich seelisch freizumachen, wirklich etwas von sich, seinem Fühlen und Denken, preiszugeben. In solchen Situationen macht man sich ungleich verletzbarer.

Daher lesen wir hier und jetzt über Fressen und Facebook, kulturelle Arschtritte, Musikleidenschaft, dem Kampf gegen die Großen, Weltrekorde und Zahnspangen mit Vierzig, Parkbänke, Bossa Nova, dem American Dream, Gespenster im Spiegel, gefühlsduselige Botschaften, Superfood, Pluderhosen, den Weg zur idealen Schlichtheit, Groupies und Pfefferminztee, komische Vögel, Vitra, goldene Tapeten, Bauhaus-Romantik, Design-Stars und über die Schädlichkeit des Internets, Vergangenheitsreisen und verführerische Sinneseindrücke.

Für mehr Wiederholung im Guten, im Neuen und einen offeneren Blick für die Differenz. Rhizom Zweizwei. 

# 21

Canan Bunk, Luca Koning, Rachel Markgraf, Isabel Moormann, Sophia Münch, Minh Tam Ngo, Malou Roy, Franziska Schmidt, Melina Wächter

Es ist bisher kein einfacher Weg bekannt, Risiken zu umzugehen. Wichtig ist: Völlige Sicherheit gibt es nie – der „Kampf“ um das Nullrisiko ist aussichtslos. Einem Risiko stehen in der Regel aber immer Chancen gegenüber. Dafür sollte man sich nicht den Blick versperren lassen. Design ist auch Entscheidung. In einem Pitch, in einem Konzept, in einem Entwurf. Irgendwann muss man sich bekennen. Ach komm. Schicks raus. Ist egal. Wir machen das jetzt so. Nicht mehr, nicht weniger Risiko gehört dazu. Das führt dann … zu Rhizom … einundzwanzig.

# 20

R20_12R20_12

Philipp Schwabe, Leonie Schäffer, Christopher Katzenberger, Christina Lehmkuhl, Lisa-Marie Fechteler, Sina Folwaczny, Kira Stöter, Sebastian Metzing, Denise Pleger, Graziella Elschker

Ausgabe zwanzig. Wie unterschiedlich auch die Funktionen des Designs von verschiedenen Theoretikern beschrieben werden, wird auch die Abgrenzung von Design zu anderen Bereichen des menschlichen Schaffens von verschiedenen Theorien jeweils unterschiedlich betrachtet. Die Theorien unterscheiden sich nicht nur, wenn es um die Frage geht, in welchem Umfang man in der Praxis und im Alltag von Design sprechen kann sondern auch welche Verantwortung Designer tragen, bei dem was sie letztlich entwickeln, produzieren und gestalten. Da geht es manchmal auch um Geschmack. Das ist hier das Thema. Design ist ein Prozess von innen nach außen. Daher beginnt bei Rhizom die Leistung mit dem aktiven Zuhören, setzt sich im Mitdenken fort und mündet im visionären Umsetzen. Das Magazin leistet, was der Entwurf allein nicht leisten kann. User Experience im analogen. Weil es sichtbar macht, was sein kann. Grafisch inspiriert, interaktivierend umgesetzt durch klare Konzeptansätze in Rhizom, der zwanzigsten.